Ersetzt

Frohe Stimmung
Lautes Lachen
Dabei meine Verbitterung.
Warum kann ich es nicht gönnen?

Ich denke daran
Was wir aufgebaut haben
Uns stand die Welt offen
Du und ich
Wir waren füreinander genug

Und die Menschen
Die wir anzogen
Sie wurden Teil
Von unserem Traum

Bis jemand kam
Zu uns
Langsam und stetig
Meinen Platz einnahm

Ich konnte es spüren
Aber es wurde abgetan
“Ich bin für dich da”
sagtest du

Ich aber wusste es
Die Angst ein treuer Begleiter
Aber machen
Konnte ich nichts

Bis zum Tag
An dem du
Nicht mehr
Für mich da warst

Jetzt lacht ihr
Ohne mich
Mit ihm
Und ich kann es euch nicht gönnen

Wie auch?
Ich bin ersetzt.
Für euch geht es weiter
Für mich nicht.

2 thoughts on “Ersetzt

  1. Hallo Ely, danke für dieses berührende Gedicht. Es ist echt traurig zu lesen und zu hören, dass diese polyamore Beziehung nicht geklappt hat. Und quasi der worst case eintrat, den man in der Polyamorie ja eben gerade *nicht* möchte. Nämlich, dass jemand “ausgetauscht” wird. Dass jemand den Platz von jemand anderem “wegnimmt” – auch, wenn das nicht die Intention der neuen Person war.

    Ich wünsche dir alles gute und dass du vielleicht einen (oder mehrere) neue Menschen findest, mit denen du dir eine genauso schöne Beziehung aufbauen kannst.

    Übrigens, hast du dich eigentlich mal mit Bindungstheorie auseinander gesetzt? Mir persönlich hat es sehr viel gebracht, mich damit auseinander zu setzen. Aber das ist eigentlich ein ganz anderes Thema. 🙂

    Ich finde das, was du schilderst, oft sehr tragisch. Vor allem dieses Spannungsfeld von Liebe und Depression. Depressionen können eine Beziehung so erschweren und es ist so schwer für den anderen Part, die Antriebslosigkeit und Negativität des geliebten Menschens nachzuvollziehen. Ich hatte selbst einen Partner, der depressiv war/ ist. Und letztendlich war die Krankheit ein Hauptgrund dafür, warum ich mich schließlich getrennt habe. Nicht, weil ich psychische Krankheiten stigmatisiere oder mich für ihn geschämt habe. Sondern einfach, weil er all seine Probleme verdrängt hat, man nicht gemeinsam drüber sprechen konnte und er sich noch nicht einmal dazu bewegen ließ sich therapeutische Hilfe zu suchen. Vielleicht magst du ja mal einen Artikel darüber schreiben oder ein Video/Audio machen, in dem du Tipps gibst für Partner*innen von depressiven Menschen? Oder für Menschen, die depressive Menschen daten (muss ja nicht nur auf Primärpartner bezogen sein). Prinzipiell möchte ich ja auch mit Menschen intensive, enge Beziehungen führen können, die psychisch krank sind. Es wäre ja total traurig, das sein zu lassen, nur, weil diese Beziehungen vielleicht ein wenig komplizierter sind.

    1. Hej Laura,

      danke für deine Rückmeldung! Ja, das ist der Worst-Case – aber ich glaube, er war unvermeidlich. Warum, darauf werde ich vielleicht in einem späteren Post noch mal eingehen.

      Das Thema Bindungstheorie hatte ich noch nicht auf dem Schirm. Hört sich aber spannend an und ich werde mich da sicher mal einlesen!

      Ich kann es auch verstehen, wenn sich Menschen von ihren Partner*innen aufgrund einer psychischen Erkrankung trennen (müssen), weil diese sich keine Hilfe holen wollen. Allerdings ist es natürlich schon ein Spannungsfeld, wie viel Unterstützung von einer Partner-Person “erwartet” werden darf. Das hat sich bei mir in letzter Zeit auch noch mal geändert und über den Umgang mit Depressiven Menschen in einer Beziehung wollte ich schon länger mal eine Folge machen. Kommt sicher bald mal 🙂

      Beste Grüße!
      Ely

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