Liebe

Im monokultur Podcast haben wir schon zwei Folgen über Liebe gemacht. Was Liebe ist, kann aber tatsächlich niemand so genau wissen. Es ist ein bisschen wie die Frage Is your red the same as my red.

J hat mir vor einer Woche gesagt, dass sie keine romantische Liebe mehr für mich empfindet – auch darüber werden wir im Podcast sicher noch reden. Aber mir hat sich in den letzten Tagen eine andere Frage gestellt: Was bedeutet Liebe für mich?

Romantische Liebe ist ein Gefühl, dass ich nicht so einfach los werde. Ich empfinde jetzt noch romantische Liebe für Menschen, mit denen ich vor vielen Jahren zusammen war (wer mich kennt: K, S, M, A, L, L). Es ist ein Gefühl, zu hoffen, dass es der Person gut geht. Und es wird mir warm ums Herz, immer wenn ich an diese Menschen denke. Ich bin dankbar für die Zeit und die Erfahrungen. Das empfand und empfinde ich auch für dich, J.

Etwas anderes ist aber in den letzten Monaten verloren gegangen – der*dem Anderen einen guten Willen zu unterstellen. J und ich waren nicht zuletzt deswegen so feindselig gegenüber eingestellt, weil wir uns ständig gegenseitig angegriffen gefühlt haben. Und daraus resultierend auch angegriffen haben.

Ich weiß nicht, in welcher Form ich das Gefühl beschreiben soll, jemand anderem beste Intentionen mir selbst gegenüber zu unterstellen. Vielleicht ist es eine Form von Freundschaft oder sogar emotionale Anziehung. Ich weiß nur, dass sie schon vor letzten Dienstag bei mir gelitten hat. Wie kann man “zusammen sein”, wenn man sich keinen guten Willen unterstellt?

Ich vermisse unsere Anfangszeit, in der wir uns selbst genug waren und alles andere egal war. Ich vermisse dich. Ich vermisse uns.

Ich bin traurig.

Alles still, doch keine Ruh’
Alles dreht sich, Augen zu
Stellt sich die Frage nach dem Sinn
Kann ich nicht sagen, wer ich bin?
Schon lange nichts von dir gehört
Was wirklich niemanden hier stört
Außer meinem Selbstmitleid
Denn das ist alles, was noch bleibt
Ich hoff, es tut auch dir leid

Herrenmagazin – Früher war ich meistens traurig

Und dabei doch so voller Zuversicht, dass wir einen anderen Umgang finden. Dass es wieder schön wird. Denn was war, ist vorbei.

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