Achtsamkeit

Ich ruhe in mir.

Seit 7 Tagen absolviere ich jeden Abend um 17 Uhr eine Lektion des Meditations-Einführungsprogramms von yogaeasy.de. Ich meditiere schon seit zehn Jahren (mit Unterbrechnungen), aber so gut wie heute hat es mir selten getan. Zwei mal habe ich mich heute schon auf meinen Atem konzentriert und ich werde es gleich noch ein drittes Mal tun.

Es gab auch andere Phasen. Ich versuchte manchmal, wenn es mir nicht gut ging, zu meditieren oder Sport zu machen, um “den Kopf frei zu bekommen”. Das hat nicht funktioniert. Die Gedanken vorbei ziehen zu lassen klappt nur mit Nachsicht. Wenn ich eh schon nicht gut drauf bin, versuche ich mit Gewalt, die Affen in meinem Kopf einzusperren – was dazu führt, dass sie noch wilder werden.

Ich kann mich gerade selbst annehmen. Eines meiner Themen ist, mich selbst und meine Bedürfnisse meist nicht zu spüren. Klar werde ich so nicht glücklich, wenn ich immer erst hinterher merke, ob mir eine Situation gut getan hat oder nicht.

Auf manche Menschen – vor allem auf J – wirke ich dann distanziert. Ich glaube, es ist einfach ungewohnt: Ein Ely, der sich auf sich selbst besinnt und immer weiß, was er*sie will ist eben anders als eine*r, der*die immer bei anderen ist und nie bei sich.

Distanz heißt für mich kein Mitgefühl – und das trifft bei mir ganz und gar nicht zu. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl allein heute Mitgefühl für meine ganze WG – inklusive J – kultiviert zu haben.

Und auch für mich selbst. Ich bin in der letzten Phase der Trauer: Akzeptanz. Was passiert ist, ist passiert. Liebe geht vorbei. Und wo Mitgefühl und Nachsicht sind, ist Zuversicht nicht weit.

Heute war ein guter Tag.

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